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Fahrradstadt Portland: Sogar die Kraftfahrer machen mit

Stefan Jacobs schreibt im Tagesspiegel über das Radfahren in Portland: Ein amerikanischer Traum

Manche Metropolen sind deutlich fahrradfreundlicher als Berlin. In Portland im US-Bundesstaat Oregon haben längst nicht mehr nur Autofahrer eine starke Lobby.

Besonders interessant, weil in Deutschland undenkbar ist die Finanzierung der dortigen Radverkehrsförderung:

Das Budget von jährlich mehr als sechs Millionen Dollar stammt anteilig aus der Kfz-Steuer. Viele Autobesitzer stocken es freiwillig auf: Für fünf Dollar extra pro Jahr gibt es ein Nummernschild mit aufgedrucktem Radler und dem Slogan „Share the road“ („Teile die Straße“)

Überhaupt scheinen deutsche Städte keinem Vergleich mit Portland standzuhalten. Man stelle sich vor, in Hamburg begönne die Polizei mit dem Abschleppen von geparkten Kraftfahrzeugen vom Radweg — die „Jetzt-reicht’s“-Autofahrer-Kampagne der BILD liefe vermutlich gleich am nächsten Tag an.

Schade, denn mit etwas gutem Willen ließen sich schon ein paar Fortschritte erzielen. Zumindest hat man nicht den Eindruck, wie ja der deutsche Kraftfahrer es stets befürchtet, der zunehmende Radverkehr mache die Stadt zu einem weniger lebenswerten Ort.

Autofahrende Anzugträger reden über das Fahrrad

So genannte Experten haben in der Regel nicht gerade den besten Ruf, erst recht wenn sie eine unpopuläre Gegenmeinung vertreten. So haben Experten, die im Autoland Deutschland offen für ein Tempolimit oder für eine Einschränkung des Kraftfahrzeugverkehres zugunsten des Fahrrades argumentieren, tja, in der Regel kein allzu großes Publikum, von Beifall ganz zu schweigen. Und wehe, jemand mahnt zu mehr Rücksicht auf die Umwelt, mit einer solchen Meinung steht man noch (oder wieder?) im Jahr 2012 auf verlorenem Posten. Gerade die Meinung von Politikern gilt gerade beim Thema Auto als wertlos, denn gerade Politiker ließen sich bekanntlich mit dicken Limousinen und Polizeieskorte durch den Stau sublimieren und als allerschlimmste Eigenschaft scheint gemeinhin zu gelten, dass Politiker für ihren Job sogar bezahlt werden.

Zurück zum Thema: ja, es war eine illustre Runde, die sich da im 26. Stock des Hamburger Radisson Blu versammelte, um bei einem zukünftigen „Kulturmahl“ der WELT über die „Mobile Stadt der Zukunft“ zu diskutieren: Die Zukunft ist vernetzter Verkehr

Bei einem solchen Thema liegt es nahe, dass früher oder später das Fahrrad zu Wort kommt, also wäre es von Vorteil, wenn wenigstens einer der Beteiligten im Besitz eines solchen wäre oder sogar schon mal auf einem gesessen hätte. Und wie passend — die erste Frage deckt gleich schon mal auf, dass niemand mit dem Rad angelandet ist:

Welt Online: Ist jemand mit dem Fahrrad gekommen?

Schade.

Michael Eggenschwiler kam mit dem eigenen Auto, weil ihm das „toll ausgebaute Straßennetz“ Hamburgs so gut gefällt. Damit dürfte er allerdings innerhalb Hamburgs eher eine Mindermeinung vertreten. Ingo Meyer findet Fahrradfahren schon seit seiner Jugend in der Großstadt zu gefährlich und nahm lieber das Taxi. Günster Elste findet Fahrradfahren zwar toll, ist aber offenbar auch lieber mit dem Kraftfahrzeug angekommen. Und Katharina Fegebank plädiert für die Einführung eienr Vergnügungssteuer für Radfahrer. Was der Unsinn soll wird zum Glück nicht weiter ausgeführt, es wäre dem Niveau des Artikels auch allenfalls abträglich, aber der Leser erahnt bereits, welche Richtung die Diskussion mutmaßlich nehmen wird. Entweder hat Frau Fegebank einen Humor, der dem engagierten Radfahrer verschlossen bleibt, oder sie ärgert sich darüber, dass diese Radfahrer auf der Fahrbahn fahren dürfen, obwohl sie gar keine Kraftfahrzeugsteuer für ihr Fahrrad abführen. Man weiß ja nie. Ah, und Thomas Beermann ist, „natürlich“, mit einem Mietwagen gekommen, aaaaaber: er fährt auch regelmäßig mit der U-Bahn.

Man darf also feststellen: das Fahrrad stößt in dieser Runde nicht unbedingt auf Begeisterung und ist stattdessen mit den üblichen Mythen bezüglich der Sicherheit behaftet.

Man kann sich den Rest durchlesen — oder es bleiben lassen.

Radfahren in New York

New York hat relativ zu seiner Größe wenige Fahrradwege, trotzdem kommen Rad- und Autofahrer prima miteinander zurecht, schreibt Arnold Voss bei den Ruhrbaronen: Biking the Metropolis – Radfahren in New York City

Zur Zeit gibt es grob zwei Wertungen der massenmedialen Berichterstattung, wenn es ums Radeln in der Stadt der Städte geht. Es ist entweder ein wahnsinniges Abenteuer für Lebensmüde oder es ist das neue Bikerparadies, weil es mittlerweile über 600 km Fahrradwege gibt. Die Wirklichkeit liegt wie gewöhnlich genau dazwischen und über die will ich im Folgenden berichten.

Der Siegeszug der Berliner Fahrradfahrer

Mathias Raabe schreibt in der Berliner Zeitung über die Geschichte der Berliner Fahrradfahrer: Die Geschichte des Fahrradfahrens in Berlin

Einst galten Radfahrer als so große Gefahr, dass sie sich und ihr Gefährt kennzeichnen mussten. Und eigentlich war es eine Naturkatastrophe, die den Siegeszug des Fahrrades einleitete.

Der Fahrradladen als Ort der Demütigung

Als kleiner Kunde hat man es bei Fachhändlern mitunter schwer. Während man in den wenigsten Werkstätten befragt wird, warum man den ausgerechnet die Reifen wechseln wolle, wird der winterliche Umstieg auf Spike-Reifen beim Fahrradhändler wenigstens eine mittellange Diskussion: Till Raether über die Arroganz von Fahrradhändlern

Es wird Sommer, und das bedeutet: Wir müssen mal wieder in den Fahrradladen. Doch warum nur wird man dort mit so viel Arroganz behandelt? Eine Abrechnung.

Radfahren für Schwangere

Dass schwangere Frauen sich nach Möglichkeit überhaupt nicht bewegen sollten, gilt inzwischen als reichlich überholte Ansicht. Sogar das Fahrrad ist mit ein paar kleinen Einschränkungen problemlos geeignet, schreibt Christiane Löll in den Westfälischen Nachrichten: Fahrradfahren tut Schwangeren gut

Der Bauch wird dicker und dicker, die Bewegungen mühsamer, und das Kind drückt auf die Leiste: Je näher die Geburt rückt, desto schwerer fällt es vielen Schwangeren, körperlich aktiv zu sein und beispielsweise Rad zu fahren. Manche haben Angst, dass dem Kind bei einem Sturz etwas passieren könnte. Andere wiederum wollen auf ihr Rad als Verkehrsmittel nicht verzichten. Worauf sollten Schwangere also achten, wenn sie auf den Drahtesel steigen, und spricht medizinisch etwas dagegen?