Rund 200 Millionen Menschen leiden innerhalb der Europäischen Union unter Verkehrslärm — sehr viel leiser wird es in absehbarer Zeit allerdings nicht werden, denn die Automobillobby sperrt sich gegen strengere Lärmschutzrichtlinien. Kraftfahrzeuge für Normalverdiener dürfen zwar leiser werden, aber teuere Sportwagen müssen auch künftig kräftig röhren — dazu werden sogar spezielle Vorrichtungen in den Auspuff eingebaut, die ab bestimmten Geschwindigkeiten das Betriebsgeräusch manipulieren, allerdings nach oben anstatt nach unten. Und der Berichterstatter der Europäischen Union schlägt gar Grenzwerte vor, die ihm die Porsche AG in die Excel-Tabelle geschrieben hat, berichtet frontal21: An der Schmerzgrenze – Autolobby gegen besseren Lärmschutz
Prinzipiell ist die Argumentation reichlich verlogen: einerseits soll das Auto Leidenschaften wecken, also nicht nur optisch gefällig aussehen, sondern auch einen akustisch kraftvollen Auftritt beweisen, andererseits legen auch und vor allem die Fahrer teurerer Sportwagen Wert auf ihre Ruhe außerhalb des Lärmes der Großstadt. Die Emissionen des Auspuffes, also Lärm und Schadstoffe, sollen bitteschön jene absorbieren, die es leider nicht zu einem teuren Sportwagen und einem Haus im Grünen gebracht haben.
