Schlagwort-Archiv: Radverkehrsförderung

Umweltbundesamts: Auch das Fahrrad hilft der Konjunktur

Nun wird’s kompliziert: Normalerweise ist ein Argument gegen den steigenden Radverkehr, dass ohne die Produktion hochwertiger Kraftfahrzeuge Deutschlands Wohlstand einbräche — ob das nun ein sinnvolles Argument ist oder nicht sei mal dahingestellt, aber dass die Automobilindustrie ein durchaus beachtlicher Wirtschaftsfaktor ist, lässt sich nunmal nicht wegdiskutieren.

Das Umweltbundesamt überrascht mit einer Mindermeinung: Nachhaltige Mobilität hilft auch der Konjunktur

Investitionen in Radwege, Busse und Züge rechnen sich nicht – so lautet das Vorurteil. Eine Studie des Umweltbundesamts zeigt jetzt das Gegenteil.

Der neue Copenhagenize Index ist fertig

Copenhagenize Design hat den zweiten Copenhagenize Index veröffentlicht: Amsterdam und Kopenhagen sollen die fahrradfreundlichsten Städte sein

Wenn es darum geht, welche Städte weltweit am fahrradfreundlichsten sind, liegt Europa an der Spitze. Das mag auch deswegen kein Wunder sein, weil die Urbanisierung in Europa am weitesten fortgeschritten ist, aber auch daran, dass das Ranking von einer europäischen Beratungsfirma erstellt wird, der Copenhagenize Design, die aus einem Blog hervorgegangen ist und sich für die Ausweitung des Fahrradfahrens stark macht.

Die Ergebnisse sind zunächst wenig verwunderlich: Auf den ersten drei Plätzen hocken Amsterdam (83 Punkte), Kopenhagen (81 Punkte) und Utrecht (77 Punkte). Berlin hat es mit 62 Punkten auf den achten Platz geschafft, den elften Platz sicherte sich München mit 58 Punkten. Hamburg ist dort, wo es mit seiner Radverkehrsinfrastruktur hingehört, mit 54 Punkten auf dem letzten Platz, den es sich allerdings mit Paris teilt. Interessant wäre sicherlich die Positionierung der Kölner Infrastruktur gewesen, die allerdings offenbar nicht Teil der Untersuchung war oder es nicht in die Top-20-Städte geschafft hat.

Dass es Hamburg überhaupt auf den letzten Platz geschafft hat, überraschte wohl auch Copenhagenize Design:

The Index always offers up surprises. More often than not it is when cities show up on the list. To be honest, we were surprised that Hamburg made the cut and clung onto the last spot in the Top 20.

Die Bewertung erfolgte an 13 verschiedenen Kriterien, wobei natürlich fraglich ist, inwiefern deutsche Städte bezüglich der Radverkehrsinfrastruktur und der sozialen Akzeptanz des Fahrrades überhaupt einen Blumentopf gewinnen sollen. Es wird hier nunmal keine sicheren Radwege geben, die Copenhagenize so sehr feiert, zumindest nicht mehr in diesem Jahrzehnt — allein schon, weil dazu die Akzeptanz des Fahrrades erstmal steigen müsste.

Köln: Nur ein Spiegel für sicheres Radfahren

Das klingt ja schon fast ganz manierlich: Radtour zu Kölner Gefahrenstellen

Bei einer Fahrradtour durch die Innenstadt haben sich Vertreter der Stadtverwaltung, der Polizei, der Politik und des Verkehrsclubs einen Überblick über die Gefahrenstellen verschafft. Schnell wurde deutlich, wo diese liegen.

Man muss sich diese Radtour mal vorstellen: Da fahren Leute, die sonst nicht mit dem Rad fahren, mit anderen Leuten, die ebenfalls nicht häufig mit dem Rad fahren, zu den Unfallschwerpunkten der Stadt — also prinzipiell zu ebenjenen Orten, an denen die Arbeit der Behörden ganz besonders versagt hat. Und alles, was Elfi Scho-Antwerpes einfällt, ist ein Trixie-Spiegel. Wohlgemerkt: Ein Trixie-Spiegel. Und der eine auch aufgrund seiner umstrittenen Wirksamkeit auch nur versuchsweise. Zu sinnvolleren Maßnahmen will sich die Stadt lieber nicht hinreißen lassen, denn die eigentliche Ursache ist in der Verwaltung schon längst identifiziert:

Doch jenseits der juristischen Bewertung zeigt sich, dass das Mantra von Stadt, Polizei und Verkehrsverbänden einmal mehr im Nichts verhallt ist: Gegenseitige Rücksichtnahme.

Offensichtlich leidet der Kölner Radverkehr genau wie in anderen Städten vor allem an einer desolaten Radverkehrsinfrastruktur, die von keiner Rücksicht dieser Welt kompensiert werden kann. Wie soll das denn auch laufen? Was Rücksicht in der Sprache von Polizei und Verwaltung bedeutet, wird klarer, liest man sich die unter anderem auf facebook veröffentlichten Berichte anderer Teilnehmer dieser Informationstour durch: Radwege benutzen, weil sie sicherer als die Fahrbahn sind, im Zweifelsfall auch mal absteigen und schieben und sowieso auf den Vorrang verzichten.

Das mag ja hin und wieder auch eine praktikale Lösung sein, um nicht plötzlich auf der Motorhaube zu liegen, wird aber generell die Verkehrssicherheit in Kölns Straßen kaum verbessern. Denn auch wenn die Polizei es nicht glauben mag: Verkehrssicherheit für Radfahrer wird sicherlich nicht mit Repressionen gegen den Radverkehr und derartigen Aufrufen hergestellt.

Neue Pseudo-Radfahrstreifen für Hamburg

Ob das wohl gut geht? Das Hamburger Abendblatt schreibt: Umbau: 40 neue Radstreifen für Hamburg

Hamburger Senat lässt einige Hauptstraßen umbauen. Den Grünen reicht das jedoch nicht. Sie fordern auch bessere Ampelschaltungen.

Die bisherigen Anstrengungen sorgten dafür, dass das bisherige Netz von etwa zwanzig Kilometern etwa verdoppelt wird — sofern man denn von einem Netz sprechen darf: Bekanntlich sind die Hamburger Streifen in der Regel nur ein loses Flickenwerk nicht miteinander verbundener Streifen von vielleicht jeweils hundert Metern Länge, bei denen sich auf beiden Seiten der übliche unzureichende Radweg anschließt.

Im Prinzip braucht man sich auch nicht weiter darüber Gedanken machen: Die Radfahrstreifen werden in ihrer Qualität den bislang üblichen Radwegen entsprechen, nur auf der anderen Seite des Hochbordes liegen. Auf Fahrradstreifen unzureichender Breite werden Radfahrer auch künftig dicht an parkenden Kraftfahrzeugen entlanggeführt oder mit seltsamen Verkehrsführungen unnötig gefährdet — und wie gehabt nach knapp hundert Metern wieder auf das übliche Hochbord geschickt.

Und es darf eben auch nicht der Hinweis fehlen, dass sich in Hamburg nur ein oder zwei echte Radfahrstreifen finden: Bei dem Rest handelt es sich in Ermangelung von Zeichen 237 lediglich um Seitenstreifen mit Fahrradpiktogrammen. Dort dürfen, wie es etwa in der Dammtorstraße ständig praktiziert wird, Kraftfahrzeuge abgestellt werden — angeblich ein Trick der Hamburger Polizei, um sich den Ärger mit Falschparkern zu sparen. Ob hinter diesem Gerücht womöglich ein Funken Wahrheit steckt? Zumindest behauptet die Polizei vehement, dass für Radfahrstreifen keine zusätzliche Beschilderungen notwendig wären.

Velo 2010: Endlich ist Schluss

Peter Berger schreibt: Fahrradbündnis ohne Radfahrer

Das Fahrrad-Bündnis Velo 2010 wird seine Arbeit endgültig einstellen und richtet kritische Worte an die Kölner Polizei. Diese sei nicht bereit über Unfallvorbeugung und verbesserte Bedingungen für Radfahrer zu diskutieren, heißt es.

Die Polizei beschränke sich in der Unfallverhütung auf Helm und Warnweste, werfen die teilnehmenden Radfahrer der in letzter Zeit so genannten Keksrunde vor. Anstatt wenigstens den Eindruck zu machen, etwas an der Situation ändern zu wollen, habe sich die Polizei stets gegen Umbaumaßnahmen verwehrt — die jetzige Infrastruktur sei der Status Quo, daran sei nicht zu rütteln.

Insofern ist es sicherlich keine schlechte Idee, Velo 2010 endlich aufzulösen. Dann irritiert die Stadt Köln wenigstens nicht die radfahrenden Verkehrsteilnehmer mit der Vorstellung, es werde dort etwas in Richtung Radverkehrsförderung unternommen.

Keine Panik: Noch immer kein Tempolimit für Radfahrer

Momentan macht folgender Artikel die Runde bei den Radfahrern aus Klein-Bloggersdorf: Speeding Tickets In The Post For German Cyclists.

A Bike Lane Speed Limit of 30 Km/h Will Be In Force From April.

Glücklicherweise hat Gareth da wohl etwas falsch verstanden: Es gibt momentan keine Hinweise darauf, dass vollkommen an der radfahrenden Öffentlichkeit vorbei ein generelles Tempolimit für Radfahrer in die Neufassung der Straßenverkehrs-Ordnung hineingemogelt wurde. Auch ab dem 1. April darf weiter nach Herzenslust gestrampelt werden, wenngleich nach wie vor Geschwindigkeiten von 30 Kilometern pro Stunde oder mehr wenigstens auf so genannten Hochbordradwegen eine schlechte Idee sind.

Hamburg: Warten auf die Fahrradstadt

Das Hamburger Abendblatt wartet auf die Fertigstellung der Velorouten: Warten auf die Fahrrad-Schnellstrecken

Bislang ist keine der 14 Velorouten in Hamburg fertig. CDU und Grüne kritisieren den Senat. Wegenetz soll 280 Kilometer lang werden. Radverkehrsanteil soll sich erhöhen.

Zu Recht mag man sich darüber mokieren, in knapp zweieinhalb Jahrzehnten kein vernünftiges Radwegenetz durch eine Metropole ziehen zu können und stattdessen den Ausbau immer wieder mit rätselhaften Begründungen zu verzögern — viel interessanter ist jedoch, was dem Radfahrer als Veloroute angedient wird. Mitunter sollen Radfahrer auf buckeligen Wegen fahren, die noch nicht einmal den ausgeschilderten Zweirichtungsverkehr zulassen, werden zusammen mit Fußgängern auf gemischten Sonderwegen oder sogar über freigegebene Gehwege geführt. Von Schnelligkeit kann da keine Rede sein — und von einer Fahrradstadt schon gar nicht.

Ampel-Spiegel sollen Radfahrer schützen

Die abgedroschenen Sprüche in den Kommentaren der Onlinemedien zeugen wieder einmal vom Unverständnis: „Scherben bringen Glück“, schrieb einer, „Spieglein, Spieglein, an der Ampel, wer ist der dümmste Radfahrer im ganzen Land?“, frohlockte ein anderer in einem glücklicherweise mittlerweile gelöschten Foren-Thread.

Kleine Spiegel, die direkt am Signalgeber einer Lichtzeichenanlage montiert werden, sind bereits aus den fahrradfreundlichen Nachbarländern bekannt und werden dort zur Verkleinerung des gefährlichen toten Winkels eingesetzt — jetzt will die Stadt Münster mit zwei Spiegeln versuchen, ob diese Präventionsmaßnahme auch in Deutschland funktionieren: Spiegel an Ampeln soll Radfahrer retten

Die Gefahr für Radfahrer durch abbiegende Fahrzeuge soll durch eine Neuerung in Münster verringert werden. Ein Spiegel, der an Ampeln montiert wird, sorgt dafür, dass es keinen toten Winkel gibt. Jetzt wird das System erstmals in Deutschland getestet.

Es spricht allerdings einiges dafür, dass diese Spiegel in Deutschland nicht funktionieren werden — einfach bloß deshalb, und das soll jetzt überhaupt nicht so übertrieben klingen, weil die Niederlande nunmal eher eine Fahrradnation sind, während in Deutschland das heilige Blech regiert.

Es klingt schon verrückt, dass diese Spiegel überhaupt erst einmal in einem Modellversuch getestet werden müssen, wenn sie offensichtlich in den Niederlanden funktionieren und in Freiburg schon länger ähnliche Anbauten zum Einsatz kommen. Freiburg hat allerdings mit unseren westlichem Nachbarland gemein, dass das Fahrrad dort aus verschiedenen Gründen als Verkehrsmittel akzeptiert wird. Dort wird nicht einfach blind nach rechts abgebogen oder aus Pflichtgefühl, sofern denn der Fahrschulunterricht noch nicht allzu lange zurückliegt, kurz der Hals gewendet, um anschließend ebenso blind abzubiegen. Dort achten Verkehrsteilnehmer aufeinander und diese Spiegel helfen bei der Betrachtung der Umgebung.

In Deutschland allerdings, ja, in Deutschland allerdings ist die Sachlage grundverschieden. Hier erfolgt die Führung des Radverkehrs im Kreuzungsbereich auf eine in der Regel nicht besonders durchdachte Weise, die für Radfahrer die Unfallgefahr deutlich erhöht. Normalerweise bewegt sich der Radfahrer auf einer buckeligen und etwa einen Meter breiten Piste direkt neben dem Kraftverkehr und bekommt zeitgleich mit dem Kraftverkehr grünes Licht zur Überquerung der Kreuzung. Der Radfahrer tritt im Vertrauen auf seinen grünen Signalgeber in die Pedale, der Kraftfahrer biegt ab und weil beide nicht so richtig aufpassen, klemmt der Radfahrer unter dem Kraftfahrzeug und kommt mit Glück mit dem Leben davon. Hin und wieder betreibt die Polizeipresse anschließend angeblich Victim Blaming und schreibt in etwa, der Radfahrer habe nicht auf den abbiegenden Kraftfahrer geachtet.

Natürlich ist es vollkommen blöd, sich als Radfahrer an der roten Ampel neben einen rechts blinkenden Lastkraftwagen zu stellen, so etwas macht man schon aus reinem Selbsterhaltungstrieb nicht. Selbst wenn eine ganze Armada von Spiegeln an der Beifahrertür hängt, ist das keineswegs ein Garant dafür, als Radfahrer auch gesehen zu werden. Es wäre falsch zu behaupten, Lastkraftwagenfahrer hätten grundsätzlich keine Lust, auf Radfahrer zu achten und benutzten ihre Spiegel nicht im Vertrauen, dass Radfahrer sich schon aus Eigeninteresse fernhielten — wer einmal am Steuerrad eines Lastkraftwagens Platz genommen hat und sei es auf einer dieser anstrengenden Achtung-Toter-Winkel-Veranstaltungen weiß, dass ein halbes Dutzend Spiegel zwar einen großen Bereich rechts des Fahrzeuges abdeckt, aber nicht unbedingt viel zeigt. Dort kann das Hirn tatsächlich einen Radfahrer schlichtweg übersehen, da helfen auch helle Scheinwerfer am Fahrradlenker oder grelle Warnwesten nicht weiter.

Außerdem lässt es sich kaum vermeiden, neben einem Lastkraftwagen zum Stehen zu kommen — mitunter ist der Radfahrer zuerst an der Kreuzung, während der Brummi erst ein paar Sekunden später aufschließt. Abgesehen davon sind das Problem nicht nur die dicken, aber immerhin von Berufskraftfahrern gelenkten Transporter, sondern immer häufiger auch Personenkraftwagen. Man möchte glatt mutmaßen, dass wenigstens ein Teil der Kraftfahrer ständig im Blindflug um die Ecke kurvt und bloß bislang ohne Radfahrer davonkam, weil davon relativ wenige im Straßenverkehr zu treffen waren. Insofern schlägt sich der steigende Radverkehrsanteil plötzlich in der Unfallstatistik nieder, obschon eigentlich davon ausgegangen werden sollte, dass bei einem hohen Radverkehrsanteil eine gewisse Gewöhnung an den Schulterblick einsetzte.

Und wiederum abgesehen davon sind die Unfälle, die auf welche Weise auch immer auf eine mangelhafte Sicht aus dem Kraftfahrzeug zurückzuführen sind, leider nur ein Teil der Statistik: Mancher Kraftfahrer glaubt so lange, noch schnell vor dem Radfahrer rechts abbiegen zu können, bis es an der Beifahrertür kracht — sofern er denn überhaupt weiß, in welchen Situationen er Radfahrer durchlassen muss, denn auch diese Frage überfordert so manchen Fahrzeuglenker.

Das wiederum beweisen ganz eindrucksvoll die üblichen Kommentatoren, die dem Radfahrer in derartigen Unfallsituationen eine generelle Mitschuld attestieren wollen, weil er nicht auf das abbiegende Kraftfahrzeug geachtet hätte und überhaupt hielten sich Radfahrer ja eh nie an die Verkehrsregeln und benutzen ohnehin nicht die bestens ausgebauten und breiten Radwege — gekonnt lamentierend wird ignoriert, dass just diese angeblich sicheren Streifen rechts der Fahrbahn pünktlich in der Nähe einer Kreuzung zur Todesfalle werden.

Ob nun diese Spiegel helfen können, das Risiko wenigstens etwas zu senken?

Viel mehr könnte helfen, das Bewusst sein in der Fahrgastzelle zu stärken, dass insbesondere rechts des Fahrzeuges noch Radverkehr stattfindet. Und mit Blick auf unsere beiden Nachbarländer ließen sich eine ganze Menge Probleme bereits mit vernünftigen Radverkehrsanlagen lösen, auf denen sich vernünftig und sicher radeln lässt. In Deutschland werden allerdings noch nicht einmal lichtzeichengeregelte Kreuzungen so umgebaut, um dem Radverkehr ein sicheres Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Wenn überhaupt werden Fußgänger und Radfahrer einige Sekunden früher freigegeben, so dass in den ersten paar Sekunden keine allzu große Kollisionsgefahr mit merkbefreiten Kraftfahrzeugführern besteht, während in den folgenden dreißig oder sechzig Sekunden wieder das übliche Gefahrenpotenzial auf Opfer wartet.

Und so bleibt für den sicherheitsbewussten Radfahrer nach wie vor bloß die Wahl der Fahrbahn. Und es bleibt zu hoffen, dass sich alle anderen Radfahrer nicht auf die Spiegel verlassen — denn gerade das Vertrauen auf die grüne Ampel scheint für viele Unfälle ursächlich.

Immer mehr Radfahrten in Köln

Die Stadt Köln freut sich über den steigenden Radverkehrsanteil am Rhein: Positive Entwicklung des Radverkehrs ungebrochen

2012 radelten so viele wie nie zuvor an den Dauerzählstellen vorbei

Auf die Probleme, an denen gerade in Köln der Radverkehr krankt, geht man in der Pressemitteilung vorsichtshalber nicht ein.

Fahrradklima: Der Osten ist nicht abgehängt

Matthias Scheffler analysiert in der ZEIT die unterschiedlichen Ergebnisse des diesjährigen Fahrradklima-Tests: Gutes Radfahrklima ist keine Frage von Ost und West

Bei der Suche nach der fahrradfreundlichsten Stadt Deutschlands landeten Städte aus den alten Ländern ganz vorn. Abgehängt ist der Osten aber keineswegs.

Interessant ist dabei unter anderem der Stellenwert des Fahrrades in den neuen Bundesländern direkt nach der Wiedervereinigung:

“Die Westdeutschen kannten das Auto zur Genüge und begannen, das Fahrrad bewusst als Alternative und Wunschfahrzeug zu entdecken”, erklärt Bracher. Die Ostdeutschen dagegen hätten das Velo als das Verkehrsmittel derjenigen betrachtet, die kein Auto besaßen und auch mit Bus und Bahn nicht weiterkamen. Diese Gefühlslage habe sich durch Parteien, Stadtverwaltungen und Ministerien gezogen, die dem Fahrradverkehr weniger Bedeutung beigemessen hätten.